Was die können, können wir schon lange. Das haben sich wahrscheinlich die Podcast-Experten von Spotify gedacht, als sie gehört haben, dass Apple künftig Podcast-Abos anbietet. Auch Spotify hat jetzt ein Abo-Modell vorgestellt, allerdings mit besseren Konditionen.

Podcast-Boom

Spotify nimmt momentan richtig viel Geld in die Hand, um die Themen Live-Audio und Podcasts weiter voranzubringen. So arbeitet das schwedische Unternehmen zum Beispiel gerade an einer Konkurrenz-Plattform zu Clubhouse. Das ist aber noch längst nicht alles: Es soll in Zukunft verschiedene neue Tools für Podcaster*innen geben und es ist zum Beispiel eine Kooperation mit WordPress geplant. Dadurch können Blogger ihre Inhalte in Audio umwandeln und als Podcast veröffentlichen. Insgesamt nutzen im Monat rund 345 Millionen Menschen weltweit Spotify. Jeder vierte davon hört auch Podcasts.

Geld verdienen mit Podcasts

Es gibt bereits Möglichkeiten, um mit Podcasts Geld zu verdienen: Zum Beispiel über Werbung oder auch über Crowdfunding-Plattformen wie Patreon oder Steady. Das Ganze ist allerdings nicht immer sehr nutzerfreundlich und einfach umzusetzen. Mit Podcast-Abonnements soll das schneller und einfacher gehen. Laut Spotify soll es für Podcaster*innen mehrere Möglichkeiten zur Monetarisierung geben. Im ersten Schritt werden dabei bezahlte Podcast-Abos angeboten. In den USA ist das Ganze bereits möglich, in den kommenden Monaten wird das Abo-Modell dann auch in weiteren Ländern eingeführt.

Um Podcast-Abos anbieten zu können, müssen Podcaster*innen die Plattform Anchor benutzen, die zu Spotify gehört. Dort können einzelne Episoden markiert werden, die dann nur noch für Abonnenten zugänglich sind. Die Podcast-Folgen verschwinden dabei nicht aus dem Feed. Sie können auch ganz normal, wie bisher, über die Such-Funktion gefunden werden. Die Episode wird lediglich mit einem Schloss-Icon markiert. Abos bei Spotify werden übrigens nicht direkt in der App abgeschlossen, man wird auf eine Webseite umgeleitet, so muss Spotify keine Abgaben an die App-Store-Betreiber Apple und Google zahlen. Podcast-Abos sind vor allem dazu gedacht, dass Hörer*innen vorab auf Podcast-Folgen zugreifen können oder auch Bonus-Folgen zur Verfügung gestellt bekommen. Theoretisch kann aber natürlich jede Podcast-Folge im Abo angeboten werden.

Preise der Podcast-Abos

Wie viel kostet denn ein Podcast-Abo bei Spotify? Es gibt die Wahl zwischen 2,99, 4,99 und 7,99 Dollar im Monat. Den Preis legen die Podcaster*innen zu Beginn fest und der gilt dann auch für alle bezahlten Inhalte. Bei Apple können Podcaster*innen die Preise für die Abonnements ganz individuell festlegen. Sie müssen sich dazu nur über Apple Podcasts Connect anmelden und eine Jahresgebühr von 19,99 Euro zahlen.

Podcaster*innen, die bei Spotify Abos anbieten erhalten einige zusätzliche Möglichkeiten: Sie dürfen zum Beispiel vorab neue Features verwenden, wie etwa die Q&A-Funktion bei Anchor. So können die Hörer*innen direkt mit der Show interagieren. Außerdem soll es möglich sein, dass die Podcaster*innen ihre Abonnent*innen direkt kontaktieren können, um so zum Beispiel Merch, Promo-Codes oder andere Vergünstigungen anzubieten.

Monetarisierung von Podcasts

Früher hatte der ein oder die andere vielleicht ein Zeitschriften-Abo, heute haben wir eines für Netflix, ein Abo bei Disney+, bei Sky oder auch DAZN. Neu dazu kommen jetzt noch Podcast-Abos. Bisher konnten Podcaster*innen vor allem über Werbung oder exklusive Produktionen für bestimmte Plattformen Geld verdienen. Jetzt also auch über Podcast-Abos. Auf den ersten Blick ist das ein bequemer Weg, um Geld zu verdienen. Abzuwarten bleibt, wie die Hörer*innen das Ganze annehmen und wer am Ende damit wirklich viel Geld verdienen kann.

Bei Apple wäre es zum Beispiel denkbar, dass bezahlte Podcasts prominenter präsentiert werden als andere, weil das Unternehmen ja an jedem Abonnement kräftig mitverdient. Eines zeigt uns die Monetarisierung von Podcasts aber auf alle Fälle: Podcasts sind definitiv kein Nischenprodukt mehr, viele Menschen hören Podcasts – in Deutschland jeder Dritte. Da ist es ganz normal, dass sich das Podcasting professionalisiert und auch kommerzialisiert. Die Frage, die dabei am Ende offenbleibt: Wer profitiert hier eigentlich?